14 Tage IV-Therapie

14 Tage IV-Therapie im Krankenhaus

Endlich alle Sachen im Auto verstaut, schweißgebadet, die Nerven liegen blank, ganze Nacht nicht geschlafen, der Puls steigt, doch der Stress hat gerade erst begonnen …

In der Klinik angekommen, ist die Begrüßung mit dem Personal Pflicht und erinnert an Omas Besuch: „Bist Du aber groß geworden“. Anschließend kommt das Ritual mit Sachen auspacken. Jeder Gegenstand hat seinen gewohnten Platz – wie unpraktisch doch manchmal das Krankenhausmobiliar sein kann, kein Platz für den technischen Fortschritt.

Und wenn die Welt morgen untergeht, um die Lungenfunktion kommt man nicht herum. Das Bild sagt wohl alles…

Völlig kaputt geht es im Programm weiter. Ärzte und Schwestern schwirren mit Fragen und Untersuchungen um den kranken Patienten wie die Motten um das Licht.

Da war doch noch etwas, richtig die Physiotherapie. Wer behauptet, dass er gern zur KG geht, der lügt, flüchtet vor der Chefvisite oder wurde ruhig gestellt. Dem Physiotherapeuten ist jedes Mittel recht, um den zähen Schleim in der Lunge zu mobilisieren, aber hier übertreibt er maßlos.

Im Körper des Patienten tobt eine Schlacht, Pseudomonas versus Gernebcin, denn nur die Harten kommen in Garten. Zu Risiken und Nebenwirkungen fressen Sie die Packungsbeilage oder erschlagen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Sieht so das Menü aus, das ich bestellt habe, das habe ich aber anders in Erinnerung. Habe eh keinen Hunger, ein bißchen umrühren, alles ein wenig zur Seite schieben. Fertig.

Am ersten und letzten Tag ist immer Stress, doch wenn man wirklich mal jemanden braucht, ist keiner da. „Hallo?“

Einmal in der Woche ist Chefvisite. Der Patient vor der Inquisition, doch hat man Gott sei Dank noch etwas geschäftliches zu erledigen.

Tagelang sitzt man verlassen in seiner Zelle und kein Hahn kräht, doch will man nach Hause gehen, fallen plötzlich ganz wichtige Untersuchungen an. Kommentar der Schwester: „Ist die Zeit schon wieder rum, bist du schon so lange hier, habe ich gar nicht gemerkt“.

 

(Zeichnung und Gestaltung: Sascha Jaeck; Text, Vorlage und Idee : Jörg und Jana Zimmermann)