Inhalationstherapie

Welche Vorteile bietet die Inhalation?

Das Medikament gelangt ohne Umwege direkt in die Atemwege. Deswegen sind geringere Mengen notwendig als z.B. bei der oralen Einnahme von Medikamenten. Demzufolge treten unerwünschte Nebenwirkungen selten auf. Die Inhalation ist gründlicher als ein Spray.

Wie funktioniert die Inhalation und welche Geräte gibt es?

Bei der Inhalation wird das Medikament in kleinste feine Tröpfchen zerstäubt. In welche Teilchengröße die Tröpfchen zerstäubt werden, hängt von dem Verneblersystem ab, in welche Teilchengröße sie vernebelt werden sollen, hängt vom Medikament ab. Welches Gerät für welches Medikament am besten geeingnet ist, sollte in der Packungsbeilage aufgeführt oder vom Arzt entschieden werden. Es gibt verschiedene Geräte wie z.B. Kompressorvernebler wie Pari Master oder Pari Boy oder Ultraschallvernebler wie der Multisonic Pro von Schill. Wer unterwegs oder auf Reisen auf eine regelmäßige Inhalation angewiesen ist, für den gibt es von Pari den WalkBoy mit Akkubetrieb, der Pari Universal kann wahlweise auf 230 oder 115 Volt umgestellt werden.

Welche Medikamente werden inhaliert?

Es gibt verschiedene Medikamente mit unterschiedlicher Wirkung: atemwegserweiternde, entzündungshemmende, antiallergische wirkende und Antibiotika z.B. Gernebcin und Colistin. Zur Aufbewahrung und Haltbarkeit der Inhalationslösung lesen Sie bitte die Packungsbeilage oder fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

 

 

Wie wird inhaliert?

Die Theorie: Bevor man die Inhalaltionslösung in den Medikamentenbecher füllt, sollten die Hände gründlich gereinigt werden. Die Dauer der Inhalation hängt von der Menge und vom Medikament ab, durchschnittlich werden 5 bis 15 Minuten gebraucht. Inhaliert wird möglichst in einer aufrechten Sitzhaltung. Für Säuglinge und Kleinkinder gibt es eine Inhalationsmaske und Geräte, bei dem das kleine Kind nicht zwanghaft in aufrechter Haltung sitzen muss z.B. Pari Junior Boy. Das erleichtert den täglichen Kampf mit der Inhalation wesentlich und die Eltern werden entlastet. Ältere Kinder und Erwachsene benutzen ein Mundstück. Über das Mundstück wird tief und langsam eingeatmet, während der Einatmung wird gleichzeitig die Unterbrechertaste gedückt und nach der Einatmung wieder losgelassen. Nach kurzer Pause (2-3 Sekunden) wird tief durch die Nase oder das Ventil am Mundstück ausgeamtet. Dieser Vorgang wird während der gesamten Inhalation wiederholt. Wer mit dem Atemrhythmus nicht zu recht kommt oder zum Hyperventilieren neigt, kann zwischendurch eine normale Atmung ohne Inhalation einlegen. Es gibt auch Systeme, bei denen die Unterbrechertaste nicht ständig gedrückt werden muss, ausgeatmet wird über das Ventil im Mundstück.

Die Praxis: Die Theorie der richtigen Inhalation läßt sich nicht immer so einfach in die Praxis umsetzen. Das kann verschiedene Ursachen haben. Bei einigen Patienten kann durch kühl gelagerte Medikamente ein Kältereiz ausgelöst werden, der sich durch starkes Husten äußert. Zur Vorbeugung kann nach Absprache mit dem Arzt das Medikament erwärmt werden, dazu gibt es von Pari einen Heizstab, der statt dem Kamin in das Vernebleroberteil gesteckt wird. Oder der Arzt empfiehlt, ein anderes Medikament vorher zu inhalieren. Patienten mit fortgeschrittener CF werden Schwierigkeiten haben, während der gesamten Inhaltion den optimalen Atemrhythmus durchzuführen. Dadurch können sich Fehler einschleichen. Wird die Ausatmung nicht mehr korrekt ausgeführt, kann das zur Überblähung führen. Die Atemtechnik der Inhalation ist wie bei der Autogenen Drainage. Eine langsame und möglichst intensive Einatmung reicht aus, wenn eine Pause vor der Ausatmung nicht mehr geschafft wird. Grundsätzlich ist zu empfehlen, vor der Inhalation den bereits gelockerten und hochtransportierten Schleim abzuhusten. Das erleichtert die Ein- und Ausatmung und das Medikament kann sich besser verteilen.

Welche zusätzlichen Hilfsmittel gibt es?

Die Inhalation kann mit einer PEP-Vorrichtung oder der Flutter kombiniert werden. Das spart Zeit und stabilisiert die Atemwege, anderseits ist es sehr anstrengend für Patienten mit fortgeschrittener Erkrankung und auch hier können sich schnell Fehler einschleichen. Bei Patienten, die Schwierigkeiten beim inhalieren haben, kann die Ausatmung mit einem Gurt unterstützt werden, der ca. 20 Minuten vorher um den Brustkorb geklettet wird. Auf jeden Fall sollte man ausführlich mit seinem Arzt über die Hilfsmittel sprechen und mit einem gut ausgebildeten und erfahrenen Physiotherapeuten die richtige Anwendung üben.

Wie wird das Verneblersystem gereinigt?

Nach jeder Inhalation sollte der Vernebler in alle Einzelteile zerlegt und mit klarem Wasser gereinigt werden. Bei Verunreinigung kann man Geschirrspülmittel verwenden, muss aber anschließend mit heißem klaren Wasser nachspülen. Vorsicht vor Desinfektionsmitteln, Untersuchungen haben ergeben, dass diese eher schaden als nutzen. Wichtig ist, dass alle Teile vor der nächsten Inhalation ausreichend lang getrocknet werden z.B. mit einem trockenen Tuch. Einige Patienten nehmen einen Fön zur Hilfe, das beschleunigt den Vorgang und ist besonders nützlich, wenn oft inhaliert wird.

Andere Möglichkeiten der Desinfektion sind die Geschirrspülmaschine oder der von vielen Patienten genutzte Vaporisator (Gerät zum Reinigen von Babyflaschen). Wer mehrmals am Tag inhalieren muss, der kann mit einem zweiten Verneblersystem kurze Zeitabstände überbrücken. Das Inhaltionsgerät (der Kompressor) kann mit einem feuchten Tuch abgewischt werden.

 

     
 

Wichtig

Benutzen mehrere Familienmitglieder den Kompressor, sollte jeder seinen eigenen Vernebler verschrieben bekommen. Einmal im Jahr sollte der Luftfilter und Luftdruck des Gerätes kontrolliert werden z.B. beim nächsten Klinikbesuch nach Absprache. Der Inhalationsschlauch kann einmal im Jahr gewechselt werden (wenn nötig).

 

Jana Zimmermann