REHA Klinik St. Peter-Ording

Meine erste Kur in St. Peter Ording

Fünf Jahre hintereinander machte ich eine Rehamaßnahme auf Borkum. Nächstes Jahr wollte ich nach St. Peter Ording in die Reha Klinik 1 Fachklinik für Orthopädie, Pulmologie, Dermatologie, Psychosomatik und seit ein paar Jahren auch für CF.

Meine Anreise erfolgte mit der Bahn. Am Bahnhof von St. Peter Ording brachte mich ein Taxi zur Klinik. Die Empfangshalle glich eher einem Hotel als einer Klinik und machte auf mich einen sehr gepflegten Eindruck. Nach den üblichen Formalitäten brachte mich ein Pfleger und meine Koffer auf mein Zimmer. Das Zimmer war geräumig, geschmackvoll eingerichtet und mit Fernseher und Telefon ausgestattet. Das schönste war aber der Balkon mit Blick zum Meer (was aber sehr weit entfernt war ) und einer großen Liegewiese. Die Nasszelle war etwas klein, hatte aber einen großen Spiegel mit viel Ablagefläche.

Die Schwester brachte mir am Abend noch Getränke, ein Inhaliergerät, die notwendigsten Medikamente und zusätzlich für uns Mukos ein Nachtschränkchen mit Kanülen, Spritzen und einer Abfallbox.

Danach ging ich durch das Haus, ich war neugierig wo sich alles befand und ob alles leicht zu finden war. Am 3. Tag war ein Einführungsvortrag mit anschließender Führung durch das Haus. Am nächsten Morgen hatte ich die üblichen Termine, einen bei der Stadionsärztin Frau Dr. Jedeke. Nach der Untersuchung besprachen wir den Therapieplan. In der 1. Woche wollte ich mich an erster Stelle nur erholen. Daher hatte ich nur die Einzelgymnastik mit Atemtherapie. In der 2. Woche kamen noch Massagen und Bewegungsbäder auf Wunsch dazu. Was mir besonders gefiel: Keine Anwendung war vor 9Uhr, also konnte ich in ruhe Inhalieren.

Meine Einzelanwendung dauerte eine Stunde, was zuerst ein Schock für mich war. Noch nie hatte ich eine Stunde Gymnastik gemacht. Aber hinterher war ich total begeistert, denn ich hatte eine super Krankengymnastin. Sie hatte sich durch Fortbildungen für CF spezialisiert. In den vier Wochen war nie eine Übung wiederholt vorgekommen. Trotz intensivem Programm kam das Lachen nie zu kurz. Bei manchen Übungen brach es einfach aus mir heraus, was einen produktiven Husten zufolge hatte. Auch von den Massagen war ich total begeistert. Sie harmonisierten miteinander, so dass alles eine Einheit bildete, denn auch Sie hatte Kurse für CF belegt. Am Ende der Kur war mein Körper so gut durchgeknetet und geschmeidig, dass ich keine Schmerzen mehr hatte.

Die Essenszeiten waren wie in jeder Klinik gleich, von 7 Uhr bis 9 Uhr war Frühstück, das aus Wurst, Käse, Obst, Quark und noch vielem mehr bestand. Mittag war von 12 Uhr bis 13 Uhr. Auch hier war ein Salat und Nachspeisenbüffet aufgebaut. Obst konnte man so viel nehmen, wie man wollte. Unsere Zwischenmalzeiten durfte man mit aufs Zimmer nehmen, aber mehr war nicht erlaubt. Die Hauptmahlzeit wurde Portionsweise von den Servicekräften gebracht. Hatte man noch Appetit, brachten sie noch eine Portion, was aber verwunderte Blicke von andere Patienten zufolge hatte. Zum Abendessen gab es Wurst, Käse und eine große Auswahl an selbstgemachten Salaten, die sehr lecker schmeckten. Zweimal in der Woche gab es für alle einen warmen Snack zusätzlich.

In diesem Haus war u. a. auch eine Ergotherapeutin, ein Kraftraum und ein Schwimmbad, das man sehr gut nutzen konnte. Morgens von 6 Uhr bis 7 Uhr. Nachmittags von 15 Uhr bis 22 Uhr, Wochenende von 7 Uhr bis 22 Uhr. Ein Bademeister ist nicht nötig, da es per Videokamera an der Rezeption überwacht wurde.

Da es in diesem Haus keine großen Cf Gruppen gibt, nur ca. 3-4 Leute und diese nicht alle an einem Tisch sitzen, ist es schwierig Kontakte zu knüpfen. Es findet auch kein von der Klinik aus organisiertes Treffen statt. Wie zum Beispiel in der Lehrküche, weil es jene hier leider auch nicht gibt. Zu anderen Patienten ist es ebenso schwierig, Kontakt zu finden. So kann es passieren, dass ein etwas schüchterner und zurückhaltender Mensch 3-4 Wochen allein auf sich gestellt ist.

Zum Schluss noch etwas zu der Landschaft. Der Strand ist leider sehr weit weg, auch wenn Flut ist. So schnell mal zwischen den Anwendungen zum Wasser ist nicht drin. Was gut daran ist, man kann an einer Stelle, wo er besonders breit ist, mit dem Auto fast bis ans Wasser fahren. An einer anderen Stelle fährt ein Bus. Von der Klinik zum Deich sind es nur zehn Minuten und in die Stadt läuft man ca. 20 Min – natürlich je nach körperlicher Verfassung. Man kann sich aber auch ein Fahrrad für therapeutische Zwecke geben lassen, dann kann man die schöne Landschaft auf eigene Faust erkunden. Ich habe die Kur sehr genossen und werde ganz bestimmt wieder hin fahren.

Marlene Betz, geb.1962
verheiratet, Mutter eines 13jährigen Sohnes

Bild: Leuchtturm von www.Luechthuus.de

Nordsee REHA-Klinikum Klinik I
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