Ursache – Vererbung – Diagnose

Ursache

Auf Chromosom 7 ist ein Gen mutiert, dass für ein Protein mit dem Namen Cystic-Fibrosis-Transmembrane-Conductance Regulator (CFTR) codiert. Bei einer erkrankten Person fehlt aufgrund der defekten Gene in diesem Protein an der Stelle 508 die Aminosäure Phenylalanin. Dieses Protein fördert in der Zellmembran den Chloridtransport zwischen Zellinneren und Zelläußeren. Bei dem mutierten Protein ist dieser Transport gestört. Bis heute sind über 800 Mutationen bekannt, die häufigste ist Delta F 508.

 

Vererbung

Etwa jeder 25. Europäer ist Merkmalsträger (Mitteleuropa), doch die meisten wissen es gar nicht. Etwa ein Neugeborenes von 2.500 hat Mukoviszidose.

Die Vererbung einer Krankheit hängt davon ab, welche Erbanlage vorliegt. Autosomal bedeutet, dass das Gen, welches die Information für ein betreffendes Merkmal trägt, auf einem Autosom liegt (Chromosom 1-22). Eine rezessive Erbanlage liegt vor, wenn ein mutiertes und nicht mutiertes Gen nicht zu einer Erkrankung der betreffenden Person führt. Die unterschiedlichen Zustandsformen der Gene werden als Allele bezeichnet. Alle Körperzellen enthalten jedes Chromosom und damit auch jedes Gen in zweifacher Ausführung, jeweils eines vom Vater und eines von der Mutter. Diese Ausführungen können in ihrer Zustandsform gleich sein, der Organismus ist für das betreffende Merkmal reinerbig oder homozygot; sind die Zustandsformen verschieden, ist der Organismus mischerbig oder heterozygot.

Mukoviszidose gehorcht dem autosomal-rezessiven Erbgang, d.h. beide Elternteile sind mischerbig (heterozygot=verschiedene Zustandsform), das merkmalprägende Allel (Gen) ist rezessiv (r), seine Wirkung wird von dem dominanten Allel (R) überdeckt. Das Merkmal kann nur ausgeprägt werden, wenn Nachkommen in dem rezessiven Merkmal reinerbig (homozygot=gleiche Zustandsform) sind, also die Kombination rr tragen. D.h. nur wenn beide Elternteile (Träger) das mutierte Gen weitergeben, erkrankt das Kind. Geben beide Elternteile das gesunde Gen weiter, ist das Kind gesund. Vererbt ein Elternteil das mutierte und ein Elternteil das gesunde Gen, ist das Kind ebenfalls Merkmalsträger. Laut Statistik ist in einer Ehe mit vier Kindern eins gesund, zwei Kinder sind Träger und ein Kind erkrankt. Es kommt aber auch vor, dass 3 Kinder in einer Familie an Mukoviszdisoe erkranken.

 

Diagnose

Die Diagnose erfolgt mittels Genanalyse, die schon durch Fruchtwasseruntersuchung in der Schwangerschaft möglich ist. Auch ein Schweißtest, der den erhöhten Salzgehalt nachweist, hat hohe Aussagekraft. Beim Patienten wird auf der Innenseite des Unterarms durch ein pilocarpingetränktes Pad und eine Gleichstrom-Elektrode die Schweissproduktion der Schweissdrüsen angeregt. Danach wird der Schweiß mit Kapillarkollektoren gesammelt, um die Elektrolyte Natrium und Chlorid zu bestimmen. Beim Gesunden liegt die Konzentration von Natrium und Chlorid unter 40 Milimol pro Liter (mmol/l). Liegen die Konzentrationen über 60 mmol/l ist die Mukoviszidose bewiesen. Zur Diagnosesicherung oder bei Grenzwerten sollte der Test 3 x an verschiedenen Tagen durchgeführt werden. Besteht trotz eines normalen Schweißtestes klinisch der Verdacht auf Cystische Fibrose, sollte die Diagnose durch die transepitheliale Potenzialdifferenzmessung erfolgen. Durch den exessiven Natriumeinstrom und mangelnde Chloridsekretion entsteht ein elektrochemisches Gefälle, das man am Epithel (oberste Zellschicht des Haut- und Schleimhautgewebes) der Nase gut messen kann.
Jana Zimmermann