Intravenöse Antibiotikatherapie bei CF

Die intravenöse Antibiotikatherapie ist die Alternative zur oralen Antibiotikabehandlung bei schweren pulmonalen Exacerbationen der Mukoviszidose. Meist sind Infektionen mit Pseudomonas aeruginosa-Indikation für die von den meisten CF-Patienten ungeliebte “i.v.” Auch bei Erstinfektion mit Pseudomonas aeruginosa kann diese Therapie gelegentlich alternativ zur kombinierten oralen Therapie (Ciprofloxacin) und inhalativen Therapie (Tobramycin oder Colistin) eingesetzt werden.

In vielen CF-Zentren in Deutschland wird die regelmäßige, etwa vierteljährliche i.v.-Therapie (nach sehr positiven Erfahrungen in Dänemark) bei chronischer Pseudomonasinfektion durchgeführt. Hierbei soll die regelmäßige Antibiotikagabe akute Exacerbationen der Pseudomonaskeime verhindern und ein suppressiver Effekt auf diese Bakterien ausgeübt werden.

In der Regel wird die i.v.-Therapie mit zwei synergistisch wirkenden Antibiotika kombiniert. Erste Wahl sind dabei die Betalaktam-Antibiotika Azlocillin (Securopen) oder Ceftazidim (Fortum) und ein Aminoglycosid (z.B. Tobramycin). Dieser intermittierenden i.v.-Therapie sollten regelmäßige Keimnachweise mit Antibiogramm vorausgehen. Die Dauer der i.v.-Therapie soll 14 Tage nicht unterschreiten, kann bei klinischer Indikation aber auch länger fortgeführt werden.

Bei sehr gut geschulten Jugendlichen und Erwachsenen mit CF besteht die Möglichkeit einer i.v.-Heimtherapie. Neben der intensiven Schulung müssen die hygienischen Voraussetzungen und die Mitarbeit der Angehörigen im häuslichen Milieu gesichert sein. Auch Begleiterscheinungen wie notwendige Ruhe, adäquate Ernährung und die kontinuierliche Durchführung der Physiotherapie sollten bei einer Entscheidung zur Heimtherapie bedacht werden.

Die Antibiotika-Infusionen erfolgen dann über Infusionssysteme aus vorgefüllten Beuteln oder Ballons. Dabei sind Kühllagerung, Garantie der Sterilität und die Haltbarkeit der Antibiotika notwendige Voraussetzungen. Insgesamt gilt es im Einzelfall Vor- und Nachteile einer Heimtherapie abzuwägen. Günstig ist es nach unseren Erfahrungen, die Startphase für die Heimtherapie in der Klinik durchzuführen, um Medikamentenunverträglichkeiten auszuschließen.

Dr. med. H. Generlich