Ein Gastbeitrag von Martin
Fitness und sportliche Aktivitäten sind schon für nicht betroffene Personen wichtig, für Mukoviszidose-Betroffene sind sie jedoch ein elementarer Bestandteil der Gesunderhaltung des Körpers, da sie auch die Resilienz gegenüber Rückschlägen fördern. Auch wenn die neue Modulatortherapie das Leben für einige Betroffene angenehmer macht, sollte man sich weiterhin um seinen Körper kümmern. Und dazu gehören neben Physiotherapie, Medikamenten und Arztbesuchen eben auch die körperliche Ertüchtigung.
Das Schöne ist, dass es unzählige Möglichkeiten gibt, sich sportlich zu betätigen – somit ist für jeden etwas Passendes dabei. Sport begleitet mich mein Leben lang, und ich habe schon einiges ausprobiert. Das ging von Laufen über Kampfsport zu Radfahren bis hin zum Bogensport und änderte sich meistens dann, wenn sich gesundheitliche Bedingungen oder äußere Umstände veränderten. Nur weil etwas nicht mehr wie früher funktioniert, heißt das nicht, dass jetzt gar nichts mehr geht. Wichtig ist, flexibel zu bleiben und sich von Rückschlägen nicht entmutigen zu lassen.
Oft genug habe ich erlebt, dass es sich nach einem Infekt und einer längeren Pause schwer anfühlt, wieder ins Training zu kommen – fast so, als würde man ganz von vorne anfangen. Das Gute an unserem Körper ist aber, dass es ein Muskelgedächtnis gibt und man viel schneller zur alten Form zurückkehrt, als man denkt. Auch wenn es immer wieder Überwindung kostet, wird man mit einem guten Gefühl belohnt, etwas für sich und seinen Körper getan zu haben. Ein positiver Nebeneffekt ist, dass der nächste Infekt länger auf sich warten lässt oder weniger stark ausfällt.
Für das richtige Training ist einiges zu beachten, und ich habe lange gebraucht, bis ich es verstanden habe. »Regelmäßig in Maßen«, lautet die richtige Formel. Das, was sich gut anfühlt, ist in der Regel auch gut für Dich. Es spricht nichts dagegen, gelegentlich die eigenen Grenzen etwas zu erweitern, denn Fortschritt gehört dazu. Allerdings ist der Körper von Betroffenen ohnehin stark beansprucht, und übermäßiges Training kann mehr schaden als nützen. Im schlimmsten Fall wird der Körper zusätzlich geschwächt und anfälliger für Infekte.
Vielleicht fragt sich der eine oder andere, wie oder wann man am besten startet. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Gar nicht lange überlegen. Wenn Du den Drang hast, Dich zu bewegen, lege einfach los. Schnapp Dir deine Schuhe, zieh eine Jogginghose und Jacke an und laufe eine Runde um den Block. Alternativ kannst Du Dir hilfreiche YouTube-Kanäle suchen und leichte Fitnessübungen zu Hause machen – mit oder ohne Geräte. Beobachte, wie Dein Körper auf moderate Belastung reagiert, und spüre, wie es Dich verändert, wenn Du Dir regelmäßig Zeit für Bewegung nimmst.
Wenn Du Interesse an einer bestimmten Sportart hast, suche Dir einen Verein in Deiner Nähe. Die meisten bieten kostenlose Probestunden an, in denen Du herausfinden kannst, ob es Dir liegt. Außerdem fällt es in der Gemeinschaft oft leichter dranzubleiben. Auch im Schul-, Studien- oder Berufsalltag findet sich in der Regel eine Möglichkeit, Sport und Bewegung zu integrieren.
Unser Körper gewöhnt sich an regelmäßige Belastung. Nach ein bis zwei Wochen fällt das Training schon leichter. Nach weiteren zwei bis vier Wochen entwickelt sich schnell ein echtes Bedürfnis danach. Fehlt die Bewegung, merkt man schnell, dass dem Körper etwas fehlt. Das liegt daran, dass der menschliche Körper ein Gewohnheitstier ist – unabhängig davon, ob man betroffen ist oder nicht. Durch Routinen können wir unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit nachhaltig fördern.
Brauchst Du einen kleinen Ansporn oder eine Belohnung für das Training? Kein Problem: Bereite Dir ein leckeres Essen oder einen Snack für danach vor. Das steigert die Motivation und gibt Deinem Körper gleichzeitig wichtige Energie zurück, wodurch er sich schneller erholen kann. In der Flügelpost finden sich immer wieder mal leckere Rezepte und wenn das noch nicht reicht, gibt es im Internet unzählige Inspirationen für gesunde und schmackhafte Mahlzeiten.
Tipps:
- mehrere Sportarten ausprobieren
- Teststunden im Verein oder Fitnessstudio vereinbaren
- Sportart an Gesundheitszustand anpassen und ggf. wechseln (flexibel bleiben)
- regelmäßig in Maßen trainieren, nicht überlasten
- Start ist sofort möglich, auch zu Hause ohne Geräte
- Sport in der Gruppe oft motivierender
- Belohnung vorbereiten
Angebote:
- »Sport vor Ort«: Sportberatung (online oder telefonisch) des Mukoviszidose e. V. für Menschen mit Mukoviszidose, Eltern, Angehörige und andere Ratsuchende
- Online-Sportgruppe jeden Donnerstag um 19 Uhr: vorherige Anmeldung über die Webseite des Mukoviszidose e. V. erforderlich
- Muko Sport App mit Aktivitätstagebuch und Übungen für zu Hause (muko-sport.org)
Mitmachaktionen:
- Spendenläufe, wie unser Muko-Freundschaftslauf am 23. Mai 2027 in Potsdam
- MUKOmove im Mai: Sportaktion bei der jeder, mit seiner individuellen Sportart, mitmachen kann, um Bewegungsstunden für Menschen mit Mukoviszidose zu sammeln






